Erste Verleihung der KulTür auf! Awards

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bei „Ready or Not!? – KulTür auf! Konferenz und politische Jamsession“ am 21.5.2016 im Haus der Kulturen der Welt.
Am Samstag, 21. Mai verliehen KulTür auf! und das JugendtheaterBüro im Haus der Kulturen der Welt erstmals die KulTür auf! Awards für kulturellen Remix und emanzipative Kultur.

 

Die diesjährigen Preisträger*innen sind Jugendliche ohne Grenzen, die Salaam-Schalom Initiative und die Produktion FEAR der Schaubühne Berlin unter der Regie von Falk Richter.

Alle ausgezeichneten Projekte stehen für eine emanzipative und offene Kultur der Zusammenarbeit und Veränderung. Sie thematisieren offen gesellschaftliche Ausschlüsse und setzen sich mit kulturellen Mitteln gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit sowie andere Formen von Unterdrückung und Ausgrenzung ein.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Abschlussveranstaltung des dreijährigen Projektes KulTür auf! statt. Unter dem Titel „Ready or Not!? – KulTür auf! Konferenz und politische Jamsession“ veranstaltete das JugendtheaterBüro Berlin in Kooperation mit dem Haus der Kulturen der Welt ein Programm mit Workshops, Diskussionen, Ausstellung und Konzert, das sich mit kulturellen Strategien gegen rechte Gedanken und Bewegungen beschäftigte. Insgesamt nahmen über 170 Jugendliche, Künstler_innen, Vertreter_innen von Kultureinrichtungen, Aktivist_innen und WIssenschaftler_innen teil.

KulTür auf! wird gefördert durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und wurde 2015 mit dem BKM Preis Kulturelle Bildung ausgezeichnet.

Das Projekt setzt sich seit über drei Jahren mit Ausschlüssen vom Kulturbetrieb auseinander und bringt unterschiedlichste Akteur*innen aus der Kultur- und Jugendarbeit, kleine und große Theater und junge Kulturschaffende aus der ganzen Stadt zusammen, um gemeinsam für einen REM!X der Berliner Kulturlandschaft zu streiten. Im Zentrum steht die Perspektive von jungen Menschen, die immer wieder mit Zugangsbarrieren zu kämpfen haben und die sich auf den meisten großen Bühnen der Stadt nicht repräsentiert sehen.

KulTür auf! Erklärung zur Preisbegründung

Wir sind der Meinung, dass es gerade jetzt wichtig ist, dass wir starke Bündnisse eingehen und zusammen arbeiten. Gerade jetzt ist es wichtig für eine widerständige und vielfältige Kultur zu streiten, die der Kultur der Angst und Feindseligkeit etwas entgegen setzt. Die AfD sitzt mittlerweile in sieben Bundesländern im Parlament und, wenn nicht aktiv dagegen vorgegangen wird, wird sie im September auch in den Berliner Landtag einziehen. In Berlin und ganz Deutschland nehmen Übergriffe auf Geflüchtete und People of Color immer mehr zu und einzelne Bezirke werden regelrecht zu No-Go-Areas. Doch der Rassismus und Chauvinismus, die sich hier äußern, haben längst nicht mehr nur das Gesicht des glatzköpfigen Straßenschlägers – es ist der Rassismus der sogenannten gesellschaftlichen Mitte. Nach einem kurzen Moment der „Wilkommenskultur“ wird wieder laut gegen Geflüchtete gehetzt und die aktuellen Asylrechtverschärfungen entziehen vielen Menschen, auch wenn sie schon lang in Deutschland sind, ein Bleibe- und Existenzperspektive hier. Die rechten Programme richten sich gegen uns alle. Gegen unsere Vision einer offenen Gesellschaft.

Alle ausgezeichneten Projekte stehen für eine emanzipative und offene Kultur der Zusammenarbeit und Veränderung. Sie thematisieren offen gesellschaftliche Ausschlüsse und setzen sich mit kulturellen Mitteln gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit sowie andere Formen von Unterdrückung und Ausgrenzung ein.

Jugendliche ohne Grenzen (JoG) ist eine selbstorganisierte Initiative in Berlin Moabit von jungen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung, die sich in Zusammenarbeit mit dem Grips Theater gegründet hat. JoG macht neben vielen anderen Projekten politische Kampagnen, und zeichnet jährlich den Abschiebeminister des Jahres aus. Selbstorganisiert, „Fighting for Bleiberecht“ seit vielen Jahren.

Die Salaam Shalom Inititive arbeitet aktiv gegen eine Kultur der Spaltung. Den Community-Ansatz haben sie im Programm: Muslimische, jüdische und nicht-religiöse Menschen arbeiten zusammen, um sich aktiv gegen alle Formen der Unterdrückung zu organisieren.

Die Produktion FEAR der Schaubühne Berlin unter Regie von Falk Richter stellt sich klar gegen Rechte Gedanken und Bewegungen, reagiert direkt und deutlich auf  aktuelle politische Entwicklungen  und erzeugtein gesellschaftliches Echo. 

Deshalb heute mehr denn je: KulTür auf! In diesem Sinne gratulieren wir allen ausgezeichneten Projekten und sagen „Weiter so!“.

 

Zusätzlich, hier ist ein schöner Bericht von der Konferenz “READY OR OT!? KULTÜR AUF!” was am Sonntag 22. Mai veröffentlicht worden ist.

Und ein paar Bilder haben wir auch …