Fachtagung: Berufsorientierung und Jugendkulturarbeit

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Ausgangspunkt der Tagung sind die Erfahrungen im außerschulischen Projekt des JugendtheaterBüro Berlin (JTB) in Berlin-Moabit, das mit der Durchführung eines von Jugendlichen selbst organisierten Jugendtheaterfestivals, dem FESTIWALLA, im Oktober 2011 im Haus der Kulturen der Welt besondere Erfahrungen in der Verbindung von Jugendkulturarbeit und Berufsorientierung gemacht hat.

Das JugendtheaterBüro bietet sozio-ökonomisch benachteiligten Jugendlichen – zumeist mit einem (post-)migrantischen Hintergrund – seit drei Jahren ein Projekt zur künstlerischen, politischen und berufspraktischen Selbsterprobung in Moabit. Die Jugendlichen entwerfen und proben ihre Stücke selbst. Sie haben die ZUGANGS-Kampagne KulTür auf! entwickelt, sie erproben sich selbst bei der Werbegestaltung und Organisation ihres Jugendtheaterbetriebes und des Festivals, bei der kostüm-, ton- und beleuchtungstechnischen Bühnengestaltung, kurz: in allen Arbeiten rund um einen echten Theaterbetrieb. Der partizipative Ansatz selbstbestimmter und projektorientierter Jugendkulturarbeit ermöglicht eine Gegenerfahrung zu den vielfältigen Exklusionsprozessen, denen Jugendliche aus benachteiligten Stadtteilen mit hoher Jugendarbeitslosigkeit auf dem Weg von der Schule in den Beruf ausgesetzt sind.

Die Fachtagung stellt Bezüge in zwei Richtungen her: Zum einen hin zur schulischen Berufsorientierung an den neuen Integrierten Sekundarschulen in Berlin, die mit dem sogenannten Dualen Lernen genau jene Lernorte in den Blick nehmen, an denen Jugendliche sich durch praktische Arbeit als wirkmächtig erleben und erproben können. Kann Schule von den Prinzipien und den Erfolgen der außerschulischen Jugendkulturarbeit lernen? Was für eine Art von Orientierung und Unterstützung brauchen Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf? Die Frage nach der Attraktivität von Betrieben und ihren Ausbildungsangeboten verweist zum anderen auf die Bedeutung von Mitsprache und Mitgestaltung im Erwerbs- wie im kulturellen Leben, um so überhaupt erst das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe geltend zu machen. Schulische und außerschulische Jugendarbeit werden mit Blick auf das Ziel beruflicher Orientierung und politischer Bildung diskutiert.

Die Fachtagung lädt dazu ein, diese Fragen kritisch zu bedenken, insbesondere auch in Hinblick auf die einschlägige Forschung und Lehre.
Die vorbereiteten Vorträge und Inputs sollen Anregungen hierzu geben; um eine lebendige Erörterung zu ermöglichen, wird in der ausführlichen
Podiumsrunde Platz für weitere Beiträge gelassen.

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Hier gibt es die Broschüre der Fachtagung Berufsorientierung.

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