GENOSSENSCHAFT X GEGRÜNDET!

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Die kurz vor der Eröffnung stehende Bühne hat nun eine Intendanz und wird genossenschaftlich betrieben

Genossenschaftsgründung_Unterschreiben

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Anfang März soll unsere Bühne eröffnet werden, und das vermeintlich Wichtigste, was ein Theater braucht, haben wir nun: einen Betreiber sowie eine Intendanz. Mit rauchenden Köpfen, heiseren Stimmen, schmerzenden Gesäßen, aber enthusiastischen Gemütern haben wir am vergangenen Wochenende nicht nur die Genossenschaft X gegründet, die das Theater X (so der künftige Name der Bühne21) betreiben wird, sondern auch eine Satzung mit politischen Grundsätzen und Aufgaben erarbeitet sowie die Mitglieder_innen der AG Intendanz gewählt. Dabei sind wir einmalig, denn wir brechen das sonst am Theater übliche hierarchische Prinzip auf.

Das Theater X wird von einer AG Intendanz geleitet, die gemeinsam Entscheidungen trifft und sich folgendermaßen zusammensetzt: Aus den fünf Arbeitsbereichen des Theaters – Geschäftsleitung, Produktionsleitung, Technische Leitung, Dramaturgische Leitung und Künstlerische Leitung – werden jeweils ein_e Jugendliche_r und ein_e Mitarbeiter_in in der AG Intendanz tätig sein, sodass diese zehnköpfig besetzt ist. Die Jugendlichen werden von der Genossenschaft X in ihre Positionen gewählt. Die künstlerische Arbeit an den einzelnen Stücken wird in Regiekollektiven organisiert sein, in denen die Jugendlichen selbst die Aufgaben der Dramaturgie, der Technik, der Regie und der Produktion übernehmen. Dabei werden sie von jeweils einem Coach betreut.

Die Genossenschaft X ist ein Gremium aus Jugendlichen und Mitarbeiter_innen, das gemeinschaftlich über zentrale Angelegenheiten des Theaters entscheidet. Wer sich fragt, wofür das X steht, und sich an unser Stück Schwarzkopf BRD erinnert, weiß, wie zentral das Wirken von Menschen wie Malcolm X für unser Selbstverständnis ist. Drum lautet der erste Absatz unserer Satzung: “X steht für Selbstbestimmung, Selbstrepräsentation, aktiven Widerstand und das Wiederentdecken und Schreiben der eigenen Geschichte von unten.” Diese Mentalität X soll das Handeln der Genossenschaft tragen.

Als Genossenschaft X verpflichten wir uns zu gleichberechtigter Arbeit zwischen allen Akteur_innen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, Herkunft, Beeinträchtigung etc. und zur Dekonstruktion von diskriminierenden Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Wir stehen solidarisch zu Unterdrückten weltweit und setzen uns für eine Umwälzung der Kulturlandschaft und emanzipatorische Bildung ein. Unsere Selbstbestimmtheit werden wir nicht für wirtschaftliche Interessen verkaufen. Des Weiteren positionieren wir uns klar gegen menschenverachtendes, rechtes Gedankengut.

Grundsätzlich kann jede_r, der/die mindestens ein Jahr aktives JTB-Mitglied ist, Genossenschaftsmitglied werden, solang die Genossenschaft dem in einer Wahl zustimmt. Die Genossenschaft tagt alle zwei Monate.

Am kommenden Freitag wird sich die neu gewählte AG Intendanz das erste Mal treffen. Und dann steht der Eröffnung des Theater X eigentlich nichts mehr im Wege. Doch: anderthalb Monate etwa. Geduldet euch! Wir versuchen das auch.