Glückliche Gesichter und viel Applaus bei „Ich glaub ich bin im falschen Film“

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Bis auf den letzten Platz besetzt war das Theater des JTB in der Wiclefstrasse beim Abschlussevent des Zweiten Trimesters des JugentheaterBüro am 26.03.2010.

Foto: Amin El-Arousi

Unter dem Thema Identität hatten sich etwa 30 Jugendliche des JugendtheaterBüro Berlin 5 Monate lang intensiv künstlerisch mit ihrem eigenen Ich, ihrer familiären und kulturellen Herkunft und der Frage von Normalität in allen Bereichen des Theaterbetriebs (Theater, Film, Licht, Ton, Kostüm, Bühnenbild und Organisation) auseinandergesetzt.

Film “Wer bin ich und wieviele?”

Die vielfältigen Arbeitsergebnisse dieser intensiven Phase wurden beim Abschlussevent präsentiert. Nach der Begrüßung durch die Projektkoordinatorin Anne Lemberg und die Teilnehmerin Asma wurde ein Kurzfilm mit dem Titel: „Wer bin ich und wieviele?“ der Teilnehmer_innen Steven und Ahmet, Saira und Amelie und Jennifer des Filmbereichs mit Unterstützung von Kay Möpert gezeigt.





Im Anschluss folgte dann die gemeinsame Bühnen-Produktion aller Bereiche des JTB „Ich glaub ich bin im falschen Film“ unter der Regie der beiden Jugendlichen Gwen und Elwin. Produziert wurde das Stück vom künstlerischen Leiter Ahmed Shah und dem Regieassistenten des Projekts Cigir Özyurt. Inspiriert wurden die Jugendlichen für ihr Stück unter anderem durch ein Gedicht von Mahmud Darwisch und die „Rundköpfe und Spitzköpfe“ von Bertolt Brecht.

Theaterproduktion “Ich glaub ich bin im falschen Film!”

Das Stück begann mit einer Szene in der zwei Jugendliche, die unterschiedlicher nicht sein könnten sich während einer Filmvorstellung in einem Kinosaal streiten. Die Figur Elwin aus Moabit und Gwen aus dem Prenzlauer Berg können sich von Anfang an nicht ausstehen. Ihr gemeinsamer Freund Momo versucht zwischen den Beiden und ihren „Welten“ zu vermitteln. Im Streit entsteht die Idee einen eigenen Film, „ein Kino anderer Art“ zu machen. In drei Szenen erzählen sie ihre Geschichten. Eine Szene handelt von Prof. Schlafkrank der alle Jugendlichen nur in Schubladen steckt („die Tussi“, „die typisch Deutschen“, „der Terroristen“ und „der Nichtsnutz“) und den Versuch diese Klischees aufzubrechen. In der folgenden Szene geht es um eine Punkerin und einen arabischen Jugendlichen, die sich zunächst anonym im Chat trafen und danach in der Realität miteinander ganz neue Erfahrungen machen und ihre Vorurteile auf die Probe stellen müssen. Schließlich entwirft Momo in der letzten Szene die Utopie einer anderen Welt, in der Schubladen, Vorurteile und Zwänge keine Rolle mehr spielen.

Volkstheateratmosphäre in Moabit

Das Publikum nahm regen Anteil am Stück und so entstand die Atmosphäre eines richtigen Volkstheaters. Als die Figur Momo zögerte der Punkerin beizustehen, während sie von zwei Nazis angegriffen wird, schalt es entrüstet aus dem Publikum „So was macht man nicht!“ und es herrschte allgemeine Erleichterung als er ihr dann doch zur Hilfe kam. Schließlich wurden die jugendlichen Schauspieler für ihre Arbeit und das gelungene Stück mit viel Applaus von dem bunt gemischten Publikum jeden Alters aus ganz Berlin belohnt.

Nach der Veranstaltung konnte im angrenzenden Gemeindesaal der Reformationskirche eine von Jugendlichen konzipierte und gestaltet Foto-Ausstellung mit Bildern von Evy Schubert besucht werden und es gab die Möglichkeit mit den Regisseur_innen ins Gespräch zu kommen. Aufgrund des starken Zuspruchs soll es am Ende des nächsten Trimesters mehrere Auftritte geben. Wir danken besonders allen jugendlichen Teilnehmer_innen: Elwin, Gwen (Regisseur_innen), Aldan, Saira, Momo, Amer, Hamza, Lynn, Amelie, Jenny, Kevin, Abed (Schauspieler_innen), Amer, Aldan (Orchester) Ali, Mahmut, Gabo, Ahmet und Alen (Technik) und allen Unterstützer_innen für ihr Engagement.