Manifest

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:::KulTür auf!::: :::Das Brennpunkt Manifest:::

Wir wissen, wie es ist

Wir wissen, wie es ist, Wir wissen, wie es sein kann, Wir wissen, welche Gefühle all dies auslöst. Wir haben es schon erlebt.
Wir wissen, wie es ist, nicht ernst genommen zu werden, keine Anerkennung zu erlangen, nicht akzeptiert zu werden, dafür, WER WIR SIND und was wir machen und häufig nur in Schubladen gesteckt zu werden. Ob in der Schule, bei der Ausbildung, der Arbeitssuche oder in der Welt der schaffenden Kunst.

WIR sind die, über die Ihr immer redet,  WIR sind die Ausländer, WIR sind die Migranten und Migrantinnen, WIR sind die Hartz IV Empfänger_innen, WIR sind Jugendlichen ohne Ausbildungsplätze, WIR sind die kopftuchtragenden Muslima. WIR sind die Problemfälle, die Euch das Leben erschweren!

Egal welchen Titel Ihr uns gebt und welches Bild Ihr Euch von uns macht… Ihr werdet nie den passenden Titel oder das richtige Bild für uns finden!

Wir lassen uns nicht länger bevormunden  – nicht auf der Bühne, nicht auf der Straße und nirgendwo!

KulTür auf! für unsere Arbeit, unsere Themen, für Uns!

1.    Wir fordern eine PLATTFORM ZUR SELBSTDARSTELLUNG:
Eine große Bühne für uns und unsere Themen! Einen Ort, um UNSERE und somit auch EURE Realität zu zeigen, unsere Meinungen und Erfahrungen mit viel Publikum zu teilen und in Interaktion zu treten. Repräsentation unser Selbst auf der Bühne, in den Medien und der Politik!

2.    Wir fordern strukturelle Veränderungen in der Vergabe von Geldern und Fördermitteln, um auch neue Bühnen in unserem eigenen Stil schaffen und bespielen zu können, die lange bestehen werden!

3.    Wir fordern mehr soziale und kulturelle Projekte, so dass wir Jugendliche ZUGANG zur Kultur haben, auch dort, wo normalerweise nicht viel investiert wird, in den Brennpunkten dieser Stadt und überall!

4.    Wir fordern Bereitschaft zum gegenseitigen Austausch und einen Remix der deutschen Kulturlandschaft ohne Diskriminierung! Einen Brückenschlag zwischen den großen Kulturbetrieben, kleineren Kulturprojekten und der Straße.

5.    Wir fordern einfachere und gleiche ZUGANGsmöglichkeiten zu Bildung und Ausbildungsplätzen, auch in den Kulturbetrieben für jede_n, ungeachtet der Herkunft, der Hautfarbe, der Haarfarbe,  des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Religion usw.

Schaut auf unsere Fähigkeiten, macht die Schubladen zu!

Hey mal ehrlich

Hey mal ehrlich, nicht wir Jugendliche sind das Problem, sondern der fehlende Respekt, die soziale Ausgrenzung, der Rassismus und alle anderen Formen der Diskriminierung und das ganze FUCK SYSTEM, das zuständig ist für diese Zustände ohne ZUGANG.

Der ständige Druck durch die ganzen Bürokratieattacken, die keiner versteht, deren einziger Sinn das Stummmachen zu sein scheint. Tu dies, tu das! Darüber reden die, aber über unsere Rechte werden wir nur selten aufgeklärt.

Was nutzen Rechte auf dem Papier, wenn sie nicht umgesetzt werden? Und wo sind die Rechte, die wir wirklich brauchen?

Was wir ändern wollen:

Wir wollen keine Sprüche mehr hören wie:
“Das ist nix für Sie, das schaffen Sie eh nicht.”
“Sie wollen Fachabi? Machen Sie lieber mal ne MAE.”
„Ich mach Kunst und ihr, naja…“

Wir wollen Theaterstücke die UNS ansprechen und den Geldbeutel nicht zu sehr strapazieren. Wir wollen keine versperrten Zugänge zu Ausbildungen in den Kulturbetrieben.

Schluss mit Ete-Petete und Schicki-Micki!

Wir ändern die Kulturlandschaft! Der Brennpunkt hat viel zu sagen, wir formulieren es mit unserem Theater, mit Hip Hop, Tanz, Film und vielem anderen mehr!

Jetzt seid Ihr dran, uns zuzuhören! Jeden Tag im Ghetto und auf hammerkrassen, miesen, großen Bühnen.

Theater ist unser Sprachrohr

Durch unser Theaterspiel zeigen wir, dass wir politisch engagiert sind, etwas an der Politik kritisieren, mitmischen und verändern wollen! Wir stellen ernstzunehmende Forderungen, so wie viele andere Jugendliche auch.

„Wir nehmen die Missstände als Motivation“

Wir sprechen Themen an, die uns betreffen, angreifen, bewegen und motivieren.
Wir setzen uns mit den Verhältnissen auseinander, reflektieren, argumentieren, organisieren, mobilisieren, entwickeln, kritisieren, diskutieren und kommunizieren miteinander.

„Wir haben‘s drauf “

Wir Jugendliche können etwas, empowern uns selbst, stärken uns gegenseitig. Wir widersprechen den Vorurteilen, dass wir nur auf den Straßen rumhängen, kriminell, bildungsfern und nicht integrationswillig und -fähig sind.

Wer sind wir?!

Wir sind ein Zusammenschluss von Jugendlichen ganz verschiedener Altersgruppen, Religionen, Nationalitäten und Charakteren. Einige von uns machen seit vielen Jahren Theater. 2009 gründeten wir das JugendtheaterBüro Berlin (JTBB).
Einer von uns sagte einmal: „Pack uns alle in den Mixer und raus kommt mehr als Multikulti.“ Dieser Satz trifft nicht nur auf unsere gesamte betriebliche Arbeit zu, sondern spiegelt sich insbesondere in unseren selbstinszenierten Produktionen wider. Komplex, vielfältig, widersprüchlich, wie das Leben eben so ist!

Angefangen auf den Straßen Moabits haben wir uns hochgearbeitet, nie aufgegeben und weitergemacht – ganz so wie unsere Inspiration kennt auch unsere Ausdauer kein Ende. Auch der ZUGANG zum Haus der Kulturen der Welt für das von uns geplante JugendtheaterFestival 2011 stand auf der Kippe. Kurz vor dem Ziel hat man uns die KulTür fast wieder versperrt. Doch wir haben gekämpft und uns den ZUGANG zur KulTür des Haus der Kulturen der Welt erobert!

Unterstützt uns!

Jetzt wisst Ihr, was wir vor haben. Seid dabei! Macht mit, unsere Forderungen in die Tat umzusetzen. Zusammen schaffen wir es!! Unterschreibt unser Manifest, schicht uns eine Email an info@grenzen-los.eu oder kommt vorbei, in der Wiclefstraße 32 , 10551 Berlin -Moabit (Nähe S-Bahn Beusselstrasse); unsere Telefonnummer: 030-48815220!

Hier gehts zum Manifest Download.

::::::Berlin, im Mai 2011:::JugendtheaterBüro Berlin:::Initiative Grenzen-Los!e.V. ::::::