THEATER X

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Buehe 21 Bild

::: Eine Bühne für den Kiez :::

Im Rahmen des Projektes “Bühne 21” durch das Quartiersmanagements Moabit West aus Mitteln des Programms Soziale Stadt (EU, Bund und Land Berlin), entsteht in Berlin-Moabit der erste Theater- und Kulturbetrieb Berlins, der von Jugendlichen von Anfang an mitkonzipiert und aktiv mitgestaltet wird. Im Rahmen des Projektes arbeiten Jugendliche und Mitarbeiter_innen gemeinsam darauf hin, eine alternative Bühne für den Kiez in jugendlichem Co-Management zu etablieren. Gemeinsam mit Jugendlichen und Mitarbeiter_innen haben wir nun einen Namen für unser neues Moabiter Theater entwickelt:

“Theater X”.

::: ‚Wessen Bühne? Unsere Bühne!‘ – Eine Bühne für den ‚kulturellen Brennpunkt‘ Moabit :::

Im Brennpunkt Manifest schreiben Jugendliche des JTB:

Der Brennpunkt hat viel zu sagen, wir formulieren es mit unserem Theater, mit Hip Hop, Tanz, Film und vielem anderen mehr!

Wir sprechen Themen an, die uns betreffen, angreifen, bewegen und motivieren. Wir setzen uns mit den Verhältnissen auseinander, reflektieren, argumentieren, organisieren, mobilisieren, entwickeln, kritisieren, diskutieren und kommunizieren miteinander.

::: Auf dem Weg zu einem mitbestimmten, alternativen und professionellen Betrieb :::

Unterstützt durch die Mitarbeiter_innen erarbeiten sich Jugendliche Kompetenzen in den Bereichen Schauspiel, Regie, Licht, Ton, Masken- und Bühnenbild, Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit. Sie erlernen Stück für Stück die nötigen technischen und organisatorischen Fähigkeiten, um den Betrieb in allen Bereichen mehr und mehr selbst übernehmen zu können.

Es wird sowohl künstlerisch an eigenen Stücken gefeilt als auch darauf hin gearbeitet, regelmäßige Spielzeiten zu realisieren, die mehr und mehr von Jugendlichen organisiert und technisch durch Jugendliche betreut werden – mit einem Programm aus Eigen- und Fremdproduktionen, Theater, Musik, Tanz, Diskussionsrunden uvm.

Ein wichtiger Fokus war immer auch die Frage „Wie wollen wir zusammen arbeiten?“. In Konzeptionstreffen stellten sich Jugendliche und Mitarbeiter_innen im Vorfeld gemeinsam die Frage, wie ein alternativer Theaterbetrieb gestaltet werden kann, in dem professionell, mitbestimmt und demokratisch zusammen gearbeitet wird. Die Lösung: eine AG Intendanz, die das hierarchische Intendanz-Prinzip aufbricht, und eine Genossenschaft, die das Theater betreibt.

::: Die AG Intendanz und die Genossenschaft X :::

Das Theater X wird von einer AG Intendanz geleitet, die gemeinsam Entscheidungen trifft und sich folgendermaßen zusammensetzt: Aus den fünf Arbeitsbereichen des Theaters – Geschäftsleitung, Produktionsleitung, Technische Leitung, Dramaturgische Leitung und Künstlerische Leitung – werden jeweils ein_e Jugendliche_r und ein_e Mitarbeiter_in in der AG Intendanz tätig sein, sodass diese zehnköpfig besetzt ist. Die Jugendlichen werden von der Genossenschaft X in ihre Positionen gewählt. Die künstlerische Arbeit an den einzelnen Stücken wird in Regiekollektiven organisiert sein, in denen die Jugendlichen selbst die Aufgaben der Dramaturgie, der Technik, der Regie und der Produktion übernehmen. Dabei werden sie von jeweils einem Coach betreut.

Die Genossenschaft X ist ein Gremium aus Jugendlichen und Mitarbeiter_innen, das gemeinschaftlich über zentrale Angelegenheiten des Theaters entscheidet. Wer sich fragt, wofür das X steht, und sich an unser Stück Schwarzkopf BRD erinnert, weiß, wie zentral das Wirken von Menschen wie Malcolm X für unser Selbstverständnis ist. Drum lautet der erste Absatz unserer Satzung: “X steht für Selbstbestimmung, Selbstrepräsentation, aktiven Widerstand und das Wiederentdecken und Schreiben der eigenen Geschichte von unten.” Diese Mentalität X soll das Handeln der Genossenschaft tragen.

Als Genossenschaft X verpflichten wir uns zu gleichberechtigter Arbeit zwischen allen Akteur_innen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, Herkunft, Beeinträchtigung etc. und zur Dekonstruktion von diskriminierenden Macht- und Herrschaftsverhältnissen. Wir stehen solidarisch zu Unterdrückten weltweit und setzen uns für eine Umwälzung der Kulturlandschaft und emanzipatorische Bildung ein. Unsere Selbstbestimmtheit werden wir nicht für wirtschaftliche Interessen verkaufen. Des Weiteren positionieren wir uns klar gegen menschenverachtendes, rechtes Gedankengut.

Grundsätzlich kann jede_r, der/die mindestens ein Jahr aktives JTB-Mitglied ist, Genossenschaftsmitglied werden, solang die Genossenschaft dem in einer Wahl zustimmt. Die Genossenschaft tagt alle zwei Monate.