Ausstellung

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Die Ausstellung “Bilderwelten-Weltbilder. Auseinander-setzungen mit Islamophobie” war innerhalb Berlins an verschiedenen Orten zu sehen, darunter im Haus der Demokratie und Menschenrechte, im Stadtschloss Moabit, im Freizeit- und Erholungszentrum FEZ Wuhlheide, im Rathaus Kreuzberg, im Türkischen Bund Berlin-Brandenburg TBB sowie dem Interkulturellen Haus Pankow. Ab November 2007 wird die Ausstellung vorerst in Frankfurt am Main zu sehen sein.

INHALT

Die Ausstellung besteht aus vier Modulen, wobei die ersten beiden sich verstärkt der Entstehung und Analyse des Phänomens sowie der sozialen Vermittlung widmen. Hierbei steht besonders die Frage nach dem Beitrag der Medien an der Konstruktion eines bestimmten Islambildes im Vordergrund. Im dritten Modul werden Interviews mit Vertreter(inne)n von Organisationen und Einzelpersonen gezeigt, welche über ihre Erfahrungen und Umgangsweisen mit den aktuellen Entwicklungen berichten. Das vierte Modul beleuchtet abschließend die zugrunde liegenden Mechanismen der Wahrnehmung und möchte eine Auseinandersetzung mit den eigenen Bildern anregen.

Modul 1: Islamophobie – was ist das?

Was Islamophobie genau ist, wie sie sich entwickelt hat und äußert und wo sie sich von anderen Begriffen abgrenzt ist Teil dieses ersten Moduls. Ein großer Raum kommt dabei der Darstellung von Entstehung und Funktion von Rassismen generell und der Islamophobie im Speziellen zu.

● Begriffsklärung
● knappe historische Entwicklung im 20. Jahrhundert.
● Verhältnis zu anderen gängigeren Begriffen in diesem Kontext (z.B. Antisemitismus, Feindbild, Vorurteil, Stereotyp)
● Entstehung und Funktion a) von Feindbildern, Antisemitismus, Rassismus b) speziell Beispiel Islamophobie

Modul 2: Soziale Vermittlung von Islamophobie

Im zweiten Modul wird die soziale Vermittlung von Islamophobie fokussiert. Dabei werden insbesondere die Medien in den Blick genommen und anhand einzelner Beispiele analysiert ob und inwiefern diese einen Beitrag leisten zur Konstruktion eines Feindbilds Islam und zur Stützung und Stabilisierung von Stereotypen und Vorurteilen. Aber auch die Politik und die Wissenschaften werden einer kritischen Betrachtung unterzogen.

● Der Beitrag der Medien an der Konstruktion von Wirklichkeit
● Mechanismen der Berichterstattung
● Der Islam in den Medien: Wo und wie unterstützen die Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Film..) ein tendenziell negatives stereotypes Bild ?
● Eine ausschnitthafte Medienanalyse: Darstellung des Islam in den Medien
● Welchen Beitrag leistet die aktuelle Politik zu der negativ gefärbten Debatte? Wo stehen auch die Wissenschaften in der Kritik, ein gewisses Bild des Islam zu transportieren und zu bestätigen?
● Einbezug begleitender Diskurse wie etwa Islamismus, Parallelgesellschaften, Orientalismus, Anti-Terrorgesetzgebung, etc.

Modul 3: Erfahrungen von Einzelpersonen und Einrichtungen

Im Rahmen des dritten Moduls werden mittels Videoaufnahmen Interviews mit Personen präsentiert, welche mit dem Thema Islamophobie in direkter oder indirekter Art und Weise in Berührung kommen und/oder davon betroffen sind. Dazu haben wir Vertreter/innen von Institutionen und Einrichtungen in Berlin befragt, die sich dem Thema widmen. Bei der Auswahl der Interviewpartner/innen haben wir versucht ein möglichst breitgefächertes Spektrum an Personen zu Wort kommen zu lassen, um der Vielfalt innerhalb der vermeintlich homogenen muslimischen Community gerecht zu werden.

Die Interviews wurden auf Video aufgezeichnet und werden während der Ausstellung ausgestrahlt.

● Darstellung von Institutionen und Interviews mit Vertreter/innen von Reach out bei Ariba e.V, GLADT, Islamische Gemeinschaft deutschsprachiger Muslime Berlin & Freunde des Islam e.V. (IGDMB), jüdischer Kulturverein, Frauenverein Al Dar.

Modul 4: Mechanismen der Wahrnehmung und Sensibilisierung

Im Vordergrund dieses vierten Moduls steht die Auseinandersetzung mit den eigenen Bildern und Vorurteilen in Bezug auf Menschen mit islamischen Hintergrund aber auch die Reflektion über Mechanismen der Wahrnehmung imAllgemeinen. Wir möchten den Besucher/innen die Möglichkeit geben, sich anhand von spielerischen Methoden mit den eigenen Bildern zu konfrontieren und deren Hartnäckigkeit zu erfahren. Wir möchten somit besagte Mechanismen beleuchten, welche den Fortbestand von Negativbildern gegenüber vermeintlich homogenen Gruppen sichern, auch dann, wenn die konkreten Erfahrungen mit Menschen in unserem alltäglichen Leben diese permanent widerlegen. Es geht uns dabei darum aufzuzeigen, dass die Vermittlung von vermeintlich wahren Informationen über einen friedlichen Islam in dem Gefüge von subjektiven und gesellschaftlichen Dimensionen der Islamophobie nicht ausreicht, um einen neuen Blick auf die Dinge zu verinnerlichen. Dabei ist es uns wichtig, auf moralische Aufforderungen zu verzichten und stattdessen die eigenen Erfahrungsmöglichkeiten in den Vordergrund zu rücken.

TECHNISCHER UMFANG

Die Ausstellung besteht aus 19 DIN A1
Plakaten, einigen DIN A4-Plakaten mit
Informationen zur Vertiefung spezifischer
Sachverhalte, einem interaktiven Modul
zur eigenen Wahrnehmung ( Installation 2,5 m

Länge, 1 m Breite, 1 m Höhe, auf einem Tisch
zu platzieren) und einem audio-visuellen Modul
mit den geführten Interviews (Fernseher mit
zwei Kopfhörern und DVD-Player in einem
diebstahlsicheren Kasten 1,5 m hoch)

NEUE AUSSTELLUNGSORTE

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Die Ausstellung an der Uni Frankfurt
Abb.:Die Ausstellung zu Besuch an der Uni Frankfurt/Main – Homepage SDS-Frankfurt