Politiker verzocken die Zukunft

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Jugendliche wehren sich gegen weitere Kürzungen im Sozialbereich

Wie sieht Demokratie aus? Schutz und Freiheit für die Bundesbürger_innen? Ein Rechtssystem für den Schutz unserer Bürger_innen? Polizeipräsenz zur Unterstützung friedlicher Demonstrationen?

Pressemitteilung der „gewaltbereiten Jugend“

Vorm Rathaus Neukölln am 13.07.11 sahen es die Beamten der Berliner Polizei als ihre oberste Mission an, die kleine Versammlung von Entscheidungsträgern, darunter auch der Neuköllner Bürgermeister Buschkowsky, vor „feindlichen“ Übergriffen der friedlich demonstrierenden Kinder und Jugendlichen zu schützen. Obwohl an diesem Tag über die Kürzungen im Sozialbereich entschieden wurde- die bescheidene Streichung von 63 Jugendeinrichtungen allein in Neukölln- wurde die Meinung der Betroffenen nur hinter der polizeilichen Schutzlinie akzeptiert.

Da der Zeitpunkt der Entscheidung (in den Sommerferien) strategisch gut gewählt worden ist, war auch nur ein geringer Teil der Betroffenen anwesend. Unwissend im Urlaub, sollten sie nach ihrer Rückkehr vor vollendeten Tatsachen gestellt werden.

Ausgehend von einem Impuls der anwesenden Kinder, haben sich die Teilnehmer_innen, der bis dahin friedlich verlaufenden Demonstration, Zugang zum Rathaus verschafft.

Dort angekommen wollten sie ihrer Hilflosigkeit Ausdruck verleihen, indem sie ihre Forderungen an die Entscheidungsträger persönlich richten.

Als die ersten Demonstrant_innen sich Zugang verschafft hatten, wurden die Tore des Rathauses von der Polizei gewaltsam versperrt, sodass keine neuen Demonstrant_innen hinein gelangen konnten und niemand mehr hinaus.

Die Stimmung der Demonstration kippte, als ein Minderjähriger von mehreren Beamten umzingelt, gewaltsam auf den Boden gedrückt und anschließend festgenommen worden ist.

Die Menge versuchte den Unschuldigen frei zufordern, woraufhin polizeiliche Verstärkung geholt wurde und alle, auch Kinder und Jugendliche, von dem Einsatzkommando gewaltsam und ohne Erbarmen aus dem Rathaus raus geschubst und geprügelt worden sind.

Diese Tatsachen werden in den Medien bisher „dezent“ abgewandelt. Laut deutscher Presse wird nun größtenteils von randalierenden, aggressiven Jugendlichen berichtet, die nur darauf aus sind, Gewalt auszuüben, dabei schrieb die Presse kurz zuvor, dass sich die Jugend nicht genügend politisch interessiere, geschweige denn aktiv in die Gesellschaft einbringe.

Deutlich wird, dass keine Gesellschaftssparte für ihre Wut und Aggressivität so kritisiert und dämonisiert wird, wie die stigmatisierte „Jugend von heute“. Und um dem entgegenzuwirken sollen nun die Sozialeinrichtungen in Neukölln geschlossen werden – das ist paradox und darf nicht tragfähig werden!

Dabei machen wir nicht mit!

Jugendliche des JugendtheaterBüro Berlin

Initiative Grenzen-Los!e.V.

Die PM zum download .

Artikel hierzu in der taz vom 19.07.2011 und Jungen Welt vom 16.07.2011.

www.jugendtheaterbuero.de